Der Name ist Programm: In der Schmelzgasse hat ein Bistro eröffnet, das mit regionalen Lebensmitteln Speisen aus aller Welt fusioniert.
Text: Naz Küçüktekin

Manche Fügungen wirken fast zu stimmig, um zufällig zu sein. Bei Aleksandar Milojković und Nemanja Biorac kamen Erfahrung, Timing, eine gemeinsame Idee und das passende Lokal in der passenden Gegend zusammen.
Das Melt wird geboren
Beide arbeiten seit Jahren in der Gastronomie und kennen den Betrieb von Grund auf. Milojković begann vor zwölf Jahren als Speisenträger, arbeitete sich Schritt für Schritt nach oben und wurde Restaurantleiter, zuletzt war in der Hermesvilla tätig. Biorac stand früh am Herd, kochte in Michelin-Küchen und arbeitet zuletzt als Sous-Chef im „Beef & Glory“.
Mit der Zeit wuchs bei den beiden der Wunsch nach einem eigenen Lokal, das ihre Erfahrungen bündelt: ein „internationales Bistro, wo verschiedene Geschmäcker und Gerichte verschmelzen“, wie Milojković sagt – offen gedacht, neugierig, handwerklich fundiert, keiner Tradition verpflichtet.
In der Schmelzgasse in der Leopoldstadt fanden sie den passenden Ort – und die Inspiration für den Namen. Das Melt war geboren.
Eigener Anbau und Zero Waste
Ende letzten Jahres eröffnete das Bistro mit einem Soft-Opening, nachdem Milojković und Biorac das Lokal in viel Eigenarbeit umgebaut hatten. Seither steht das Melt für kulinarische Vielfalt und ein konsequent nachhaltiges Konzept. Serviert wird ein täglich wechselndes Mittagsmenü, abends à la carte. Auf der Karte stehen Gerichte wie Rinderrippen in Rotwein-Dunkelschokoladensauce, Caesar Salad, Rinderburger oder Desserts wie der hauseigene Mandarinen-Sirupkuchen.

Bei den Lebensmitteln achten sie auf Regionalität: Der Zander kommt aus der Neusiedler Gegend, der Wein aus Niederösterreich. „Uns ist wichtig, dass die Lieferwege kurz sind“, betont Milojković. Das Gemüse stammt sogar teilweise aus eigenem Anbau. „Wir haben einen kleinen Garten am Stadtrand“, sagt er. Besonderen Wert legen die beiden außerdem auf Zero Waste.
Deko aus Zwiebelschalen
Im Melt soll so wenig Müll wie möglich entstehen. „Ganz schaffen wir es leider noch nicht, weil wir auch von Lieferanten abhängig sind, die zum Teil in Plastik liefern“, erläutert der Restaurantleiter. Dort, wo es möglich ist – vor allem in der Küche – wird alles weiterverarbeitet, eingelegt, fermentiert oder eingekocht.
Der Sirup für den Mandarinenkuchen wird etwa aus den Schalen hergestellt, die sonst weggeworfen würden. Auch Zwiebelschalen finden Verwendung. „Ich gebe sie bei 500 Grad in den Ofen, bis sie knusprig werden, dann zerbrösele ich sie und verwende sie als Deko“, erklärt Biorac. Ständig experimentiere er mit neuen Ideen.
Pub-Quiz am Abend
Das Melt versteht sich dabei nicht nur als Restaurant, sondern auch als Treffpunkt im Grätzel: Immer wieder finden hier Pub-Quiz-Abende statt, die zusätzliches Publikum anziehen.
„Wir wollen hier noch viel mehr machen, zum Beispiel auch den Keller für Events nutzen“, fügt Milojković hinzu. Noch sei alles im Werden – und vorerst eine Two-Man-Show.
Link: https://dasmelt.at
Naz Küçüktekin hat journalistische Erfahrungen unter anderem bei Kurier, Profil und Biber gesammelt. Sie lebt in der Brigittenau hat mehrere Preise gewonnen, unter anderem den Wiener Journalismus-Gesundheitspreis.





