Der sechsteilige Podcast „Kniefall“ zeichnet den Weg der ehemaligen österreichischen Außenministerin nach: von einer liberalen Wissenschaftlerin zu Putins Propagandistin.
Interview: Bernhard Odehnal, Video: Chris Mavrič
18 Monate lang saß Karin Kneissl auf einem Ticket der FPÖ als Ministerin im Außenamt. Doch nach der Ibiza-Affäre und dem Auseinanderbrechen der türkis-blauen Koalition unter Sebastian Kurz war auch für die studierte Arabistin und Tierliebhaberin kein Platz mehr in der Politik.
Die Ponys sind immer dabei
Kneissl fühlte sich in Österreich verfolgt. Sie wanderte erst nach Frankreich aus, von dort in den Libanon und von dort weiter nach Russland. Heute lebt sie mit zwei Ponys und anderen Tieren in einem Dorf südlich von Moskau. Sie hat ein eigenes Institut namens „Gorki“ bekommen und tritt regelmäßig in russischen Staatmedien und bei regimetreuen Podcastern und TV-Agitatoren auf, wo sie über den Westen herzieht und das System Putin verteidigt.
Wie konnte es so weit kommen? Die Journalistin Elisalex Henckel-Donnersmarck hat mit ihren Kollegen Paul Koren und Thomas Winkelmüller für das Magazin „Datum“ monatelang über Kneissls Entwicklung hin zum Propagandawerkzeug von Wladimir Putins Diktatur recherchiert. Entstanden ist daraus der sechsteilige Podcast „Kniefall – die Radikalisierung der Karin Kneissl“.
Ein Knicks geht um die Welt
Die drei fanden nicht nur heraus, dass die ehemalige Außenministerin schon viel früher als bisher bekannt Kontakte zu Russen knüpfte. Und auch, welche wichtige Rolle die ehemalige Botschafterin und Präsidentenwitwe Margot Klestil-Löffler bei Kneissls Weg nach Russland spielte.
Wir haben mit Elisalex und Paul in der Leopoldstädter Redaktion von Datum über ihre Recherchen gesprochen: welche Überraschungen sie dabei erwarteten – und welche Rolle der mittlerweile weltberühmte Knicks Kneissls vor Wladimir Putin bei ihrer Radikalisierung spielte.
Link: https://datum.at/podcasts/
Bernhard Odehnal lernte Journalismus bei der Stadtzeitung „Falter“ und war danach als Korrespondent und Reporter für österreichische und Schweizer Medien tätig. 2025 kehrt er mit der Gründung von „Zwischenbrücken“ in den Lokaljournalismus zurück. Er lebt in der Leopoldstadt.
Christopher Mavrič arbeitet als Fotograf für den „Falter“ und viele andere Medien. Sein Fotoband „Zwischen Brücken“ mit Porträts und Ansichten der Brigittenau erschien 2020 in der FOTOHOF-Edition. Er ist Lehrbeauftragter für analoge Fotografie an der Fotoakademie Graz.






