Falsch abgestellte Autos bremsen immer wieder Busse und Straßenbahnen aus. Eine Datenauswertung zeigt, wo es in und rund um Zwischenbrücken besonders häufig zu Problemen kommt.
Text: Naz Küçüktekin

Wer öfter zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs ist, kennt es: Autos stehen halb am Gehsteig, blockieren Querungen oder ragen in Kreuzungen hinein. Was oft wie eine Kleinigkeit wirkt, kann im Alltag schnell zum Problem werden – etwa wenn Menschen mit Kinderwagen oder Rollstuhl ausweichen müssen oder sich die Sicht an Kreuzungen verschlechtert. Auch Busse und Straßenbahnen werden durch falsch abgestellte Autos immer wieder ausgebremst.
Drei Vorfälle pro Tag
Eine aktuelle Auswertung des Vereins „Klimadashboard“ zeigt nun, wo sich solche Situationen häufen. Grundlage dafür sind Echtzeitdaten der Wiener Linien. Werden die erfassten Adressen auf einer Karte dargestellt, werden Hotspots sichtbar – also Orte, an denen es besonders häufig zu Behinderungen kommt. Die Daten reichen bis ins Jahr 2016 zurück und zeigen, dass manche Problemstellen über Jahre hinweg bestehen bleiben.
Demnach gab es im Jahr 2025 im Schnitt drei Vorfälle pro Tag, bei denen Falschparken eine Störung des öffentlichen Verkehrs verursacht hat. Die Brigittenau und Leopoldstadt zählen im Wien-Ranking nicht zu jenen Bezirken mit den meisten Problemstellen – in den westlichen Bezirken Währing, Döbling und Hernals kommt es zu den meisten Störungen. Dennoch lassen sich auch in Zwischenbrücken einige Hotspots feststellen.
Fast 2 Stunden Unterbrechung
Im 20. Bezirk, der Brigittenau, haben im Jahr 2025 insgesamt 11 Falschparker den Öffi-Betrieb gestört, mit einer Gesamtunterbrechung von 1 Stunde und 56 Minuten. Zu den meisten Unterbrechungen kam es bei der Linie 31. Zu den auffälligsten Stellen zählt etwa der Bereich der Klosterneuburger Straße zwischen Gaußplatz und Wallensteinstraße. Dort können die Autos legal quer zur Fahrbahn parken. Dabei nehmen sie aber nicht nur Platz am Gehsteig weg, sondern ragen auch immer wieder in den Schienenbereich. Dann kann der 31er nicht weiterfahren.

Ein anderer Hotspot ist die Ecke Greiseneckergasse/Jägerstraße, wo seit Beginn der Erfassung im Jahr 2016 jedes Jahr Falschparker registriert werden. .
Im 2. Bezirk, der Leopoldstadt, haben im Jahr 2025 insgesamt acht Falschparker den Öffi-Betrieb gestört, mit einer Gesamtunterbrechung von 2 Stunden und 47 Minuten. Ein Hotspot ist hier die Taborstraße, die seit mehreren Jahren kontinuierlich auffällt. Betroffen ist hier vor allem die Linie 2.
Auswirkungen haben solche Situationen dann stets übereinzelne Straßenzüge hinaus. Wenn etwa die Straßenbahnlinie O im Bereich der Radetzkystraße im 3. Bezirk durch falsch abgestellte Fahrzeuge aufgehalten wird, wirkt sich das auch auf den Betrieb im angrenzenden 2. Bezirk aus.
Positives Beispiel in der Leopoldstadt
Die Wiener Linien haben zuletzt angekündigt, ihre Öffis weiter beschleunigen zu wollen – auch durch Maßnahmen an bekannten Falschparker-Hotspots. Dazu zählen etwa das Entfernen einzelner Parkplätze an besonders sensiblen Stellen oder bauliche Maßnahmen, die das Falschparken erschweren.
Dass solche Maßnahmen Wirkung zeigen können, beweist bereits ein Beispiel aus der Leopoldstadt: An der Kreuzung Untere Augartenstraße/Leopoldsgasse kam es wiederholt zu Problemen, weil parkende Autos den Bus 5A behinderten. 2024 wurden dort Parkplätze im Kreuzungsbereich entfernt und Radbügel aufgestellt. Seither konnten dort keine vergleichbaren Fälle mehr dokumentiert werden. Allerdings hat der 5A nun ein paar Meter weiter in der Unteren Augartenstraße Probleme, weil dort bei einer Baustelle immer wieder Lastwagen die Straße blockieren.

Auf Anfrage von Zwischenbrücken teilten die Bezirksvorstehungen mit, dass zu den genannten Stellen keine Beschwerden vorliegen würden. 2027 seien jedoch auf der Taborstraße im Abschnitt zwischen Gredlerstraße und Obere Augartenstraße Schienenwechsel geplant, sagt der Leopoldstädter Bezirksvorsteher Alexander Nikolai (SPÖ).
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Naz Küçüktekin hat journalistische Erfahrungen unter anderem bei Kurier, Profil und Biber gesammelt. Sie lebt in der Brigittenau hat mehrere Preise gewonnen, unter anderem den Wiener Journalismus-Gesundheitspreis.






