Das Integrationshaus in der Engerthstraße eröffnet einen Veranstaltungsraum, der Bewohner:innen und die Nachbarschaft zusammenbringen soll.
Text: Bernhard Odehnal

„Es hätte dem Willi gefallen“, ist sich Niki Heinelt sicher. Vor sieben Jahren saß Heinelt im Garten von Willi Resetarits und der bekannte Sänger erläuterte seinen Plan: Das Integrationshaus in der Engerthstraße solle um einen Veranstaltungsraum erweitert werden, der gleichzeitig als Treffpunkt für die Nachbarschaft dienen könne. Dafür könnte die Garage unter dem Haus umgebaut werden.
Andenken an Willi Resetarits
Als Mitgründer und Schutzpatron des Integrationshauses sah Resetarits den Umbau der Garage immer schon als letzten Baustein seiner Idee. Doch lange scheiterte die Umsetzung am Geld. Erst nach dem tragischen Unfalltod des Sängers im Jahr 2022 kam Bewegung in das Projekt. Die Gemeinde Wien übernahm einen Großteil der Umbaukosten von 340.000 Euro. Der Rest wurde durch einen großen und viele kleine Spender und Spenderinnen finanziert. Im Andenken an Resetarits heißt der Raum nun „Das Willi“.
30 Jahre ist das Integrationshaus nun alt (über das Jubiläum haben wir berichtet). Im Haus in der Engerthstraße wohnen 110 Geflüchtete. Es sind hauptsächlich Familien aus den Kriegs- und Krisengebieten in der Ukraine und arabischen Raum. Zusätzlich wohnen 28 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in zwei Wohngemeinschaften.
Möbelspenden von Ikea
Und nun gibt es mit dem „Willi“ also auch „einen Ort für Begegnung und Austausch“, wie es auf der Webseite heißt. „Wir wollen hier Heimbewohner und Menschen aus der Nachbarschaft zusammenbringen“ erläutert Projektleiter Niki Heinelt.
An die frühere Funktion der Halle erinnert nur mehr ein Schild an der Wand: „Längeres laufen lassen der Motore verboten“. Das ehemalige Garagentor wurde durch Glastüren und -fenster ersetzt, was den Raum dahinter hell und freundlich macht. Im ersten Raum gibt es eine Bar, Tische und Sofas. Die Einrichtung wurde zum Teil von „Ikea“ gespendet. Über einer Sitzecke hängt ein Portrait von Willi Resetarits.

Der zweite Raum ist leer, nur an der Wand steht etwas erhöht eine Sitzgarnitur und daneben ein weißes Pianino. Hier können Veranstaltungen abgehalten werden, es gibt Stühle für bis zu 50 Personen. „Wir wollen hier Mutter-Kind-Treffen anbieten, Spiele-Abende oder auch gemeinsames Singen“, erklärt Heinelt. Ein Grätzlchor soll Geflüchtete und Nachbar:innen zusammenbringen. Bei der Musik komme man sich näher und „muss die Sprache nicht unbedingt verstehen“, so Heinelt.
Eröffnungsfest wurde verschoben
Ursprünglich war eine feierliche Eröffnung für den 23. Februar geplant. Mit Bürgermeister Michael Ludwig als Ehrengast sowie Willis Bruder, den ORF-Journalisten Peter Resetarits. Doch wegen eines Todesfalls im Integrationshaus am Tag davor verzichtete man auf den Festakt. Ob er nachgeholt wird, ist unklar.
Allerdings sind schon weitere Veranstaltungen bereits fixiert. Beim „Open Pianino“ am ersten und dritten Dienstag im Monat kann sich jede und jeder zwischen 17 und 19 Uhr an das weiße Klavier setzten. Und am 21. März wird im „Willi“ das iranische Neujahrsfest „Newroz“ gefeiert. Es singt ein iranischer Frauenchor.
Link: https://www.daswilli.at/de/
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Bernhard Odehnal lernte Journalismus bei der Stadtzeitung „Falter“ und war danach als Korrespondent und Reporter für österreichische und Schweizer Medien tätig. 2025 kehrt er mit der Gründung von „Zwischenbrücken“ in den Lokaljournalismus zurück. Er lebt in der Leopoldstadt.






