Innerhalb weniger Tage wurden über zwei maßgebliche Unternehmen rund um den Club Pratersauna Insolvenzverfahren eröffnet. Für Martin Ho und seinen Club VIE i PEE geht es trotzdem weiter.
Text: Dominik Ritter-Wurnig

Es hat sich abgezeichnet. Über die „Prater Nostra Gmbh”, zuletzt Betreiberin und Untermieterin des Clubs Pratersauna in der Leopoldstadt, wurde auf Antrag der Gebietskrankenkasse ÖGK vergangene Woche ein Insolvenzverfahren eröffnet. Mehrere Mitarbeiter*innen und DJs hatten sich in den letzten Tagen vertraulich an die Zwischenbrücken-Redaktion gewandt und über ausstehende Zahlungen berichtet. „Seit Oktober ist niemand mehr bezahlt worden”, sagt eine ehemalige Mitarbeiterin: „Viele meiner Freunde, die DJs sind, warten bis heute noch auf den Gagen.”
Schulden beim Finanzamt
Auch die Arbeiterkammer bestätigt, dass sich Mitarbeitende aufgrund ausstehender Löhne beraten ließen. Die Ausstände sollen eine niedrige sechsstellige Summe ausmachen. Größte Gläubiger sind die ÖGK sowie das Finanzamt.
Nur einen Tag später wurde auch über die RHC Invest GmbH ein Insolvenzverfahren eröffnet. Sie steht teilweise im Eigentum von Martin Ho. Die RHC hat die Pratersauna-Immobilie von den Eigentümervertretern, der Verena Thönis GmbH, gemietet und an die Prater Nostra weitervermietet. Zwischenbrücken hat kürzlich darüber berichtet. Laut dem Pressesprecher von Martin Ho handle es sich bei der RHC um eine Beteiligungsgesellschaft. Sie gehe seit geraumer Zeit keinen operativen Geschäften mehr nach und habe keine Mitarbeiter.
„Internationale Unternehmensstruktur“
Von der Pleite nicht betroffen ist der Nachbarclub der Pratersauna, das VIE i PEE. „Für momentan in Wien noch operierende Unternehmen von Martin Ho, wie der X Club und das VIE i PEE im 2.Bezirk, bedeutet das nichts. Künftige Aktivitäten wie die im Frühling geplante Eröffnung eines Restaurants in der Innenstadt werden über eine internationale Unternehmensstruktur betrieben”, sagt Hos Sprecher Alexander Khaelss-Khaelssberg zu Zwischenbrücken.
Beantragt haben soll diese zweite Insolvenz die Verena Thöni GmbH. Sie verwaltet die Immobilie für die Eigentümer. Zuletzt hatte diese Gesellschaft die Räumung der Pratersaunalocation gerichtlich eingeklagt.
Zukunft der Location ist ungewiss
Wie es nun mit dem legendären Club im Prater mit Pool im Garten weitergeht, ist ungewiss. In der Szene kursieren Gerüchte: Vom Neustart als Club bis zur Umwandlung in eine Wellnessanlage ist die Rede. Zwischenbrücken versuchte, vom Eigentümervertreter mehr über die Pläne für die Immobilie zu erfahren. Leider bleiben unsere Presseanfragen seit Wochen unbeantwortet.
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Dominik Ritter-Wurnig
Dominik Ritter-Wurnig war als Datenjournalist und Redakteur unter anderem für rbb (ARD), ORF, ZDF und Krautreporter tätig – mit Stationen in Berlin, Wien und New York. Danach gründete und leitete er in Wien das Online-Magazin „tag eins“, ein werbefreies, durch Crowdfunding finanziertes Medienprojekt.






