400 Brennpunktschulen in ganz Österreich erhalten ab Herbst zusätzliche finanzielle Mittel. Davon profitieren auch 31 Schulen in der Brigittenau und der Leopoldstadt.
Text: Dominik Ritter-Wurnig

Bisher galt: Jeder Schüler und jede Schülerin ist dem Fiskus gleich viel wert. Was fair klingt, führt in der Praxis aber zu einer Fortschreibung von Ungleichheit. Kinder, deren Eltern hohe Bildungsabschlüsse haben, machen viel eher die Matura. Bildungsarmut vererbt sich dadurch.
Schulen entscheiden selbst
Nun will Bildungsminister Christoph Wiederkehr von den Neos den im Regierungsprogramm festgelegten “Chancenbonus” umsetzen: Jene Schulen mit größeren Herausforderungen sollen auch mehr Geld bekommen. Diese Woche veröffentlichte Wiederkehr die Liste mit den 400 Schulen im Förderprogramm.
Es zeigt sich: Schulen in Zwischenbrücken profitieren überdurchschnittlich stark. 31 von 40 öffentlichen Volks- und Mittelschulen im 2. und 20. Bezirk werden in das Chancenbonus-Förderprogramm aufgenommen. Die Schulen können je nach Bedarf selbst entscheiden, wie Sie das Geld investieren wollen. Etwa in zusätzliche Lehrer*innen, Psycholog*innen, oder Sozialarbeiter*innen.
Wer bekommt das Geld und warum?
Die Statistik Austria hat für jede Pflichtschule österreichweit an Hand der Kriterien Bildungsstand der Eltern, ökonomischer und sozialer Hintergrund, Alltagssprache und Migrationsgeschichte berechnet, wie groß die Herausforderungen sind. Anhand dieser Indizes wurden die Schulen in sieben Kategorien geteilt; jene Schulen in den unteren beiden Kategorien erhalten nun die Förderung. Denn es ist erwiesen, dass ein besserer sozioökonomischer Hintergrund zu höheren Bildungserfolgen der Schüler*innen führt. Eine Studie der AK gemeinsam mit dem IHS hatte in der Vergangenheit aufgezeigt, dass die Chancen auf einen Bildungsabschluss in sozio-ökonomisch benachteiligten Schulen signifikant niedriger ist.
Laut Bildungsministerium sei das Ziel “eine Verbesserung des Ist-Standes an der Schule“. Das betreffe sowohl den Lernerfolg als auch „die Lernmotivation, die sich durch Schulklima und psychische Gesundheit zeigt”.
Dominik Ritter-Wurnig
Dominik Ritter-Wurnig war als Datenjournalist und Redakteur unter anderem für rbb (ARD), ORF, ZDF und Krautreporter tätig – mit Stationen in Berlin, Wien und New York. Danach gründete und leitete er in Wien das Online-Magazin „tag eins“, ein werbefreies, durch Crowdfunding finanziertes Medienprojekt.






