Nach jahrelangem Widerstand zogen die letzten Mieter aus dem historischen Gebäude in der Taborstraße aus. Nun können die Barmherzigen Brüder ihr Spital erweitern.
Text und Fotos: Bernhard Odehnal

Verlassen sah das Haus schon seit Jahren aus. Nun aber sind tatsächlich die letzten Bewohner ausgezogen. Auch der Foto- und Brillenhändler „Hartlauer“ hat seine Filiale im Erdgeschoss schon längst an einen anderen Standort verlegt.
Fassade unter Denkmalschutz
Damit könne nun das ehemalige „Hotel National“ teilweise abgerissen und zwecks Erweiterung des Spitals der Barmherzigen Brüder umgebaut werden. Das meldete des Studio Wien des ORF. Die Außenfassade des Hauses an der Ecke Taborstraße und Schmelgasse sowie ein Stiegenhaus müssen allerdings erhalten bleiben. Sie stehen unter Denkmalschutz.

Das Haus war einst das nobelste Hotel in Wien. Allerdings wurden die Zimmer bereits in der Zwischenkriegszeit zu Wohnungen umgebaut. Die weitläufigen Gänge und das Stiegenhaus unter einem Glasdach blieben jedoch erhalten.
2009 kauften die Barmherzigen Brüder das Haus, um es abzureissen und durch einen Neubau zu ersetzen. Damit sollte das benachbarten Spital erweitert werden. Allerdings gab es Widerstand von Mietern, der vor allem von der Partei „Links“ unterstützt wurde.

Nun habe man eine „für alle Parteien zufriedenstellende Lösung gefunden“, zitiert der ORF Wien die Barmherzigen Brüder. Der Umbau solle 2028 beginnen und 2034 abgeschlossen werden. Die Kosten von geschätzten 230 Millionen Euro werde Großteils von der Gemeinde Wien getragen.
Die ganze Geschichte des Hotels National gibt es hier: https://www.zwischenbruecken.at/geschichte/das-grand-hotel-national-leopoldstadt/
Bernhard Odehnal lernte Journalismus bei der Stadtzeitung „Falter“ und war danach als Korrespondent und Reporter für österreichische und Schweizer Medien tätig. 2025 kehrt er mit der Gründung von „Zwischenbrücken“ in den Lokaljournalismus zurück. Er lebt in der Leopoldstadt.






